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Foto: Andreas Steindl

PRESSESPIEGEL:

02. Februar 2012

Achtung Klappe für ein filmreifes Projekt

Aachener Zeitung 01.02.2012 - Aachen zählt zu bundesweit nur fünf städten, in denen schüler in bewegten Bildern ihre Heimat vorstellen werden

von Thorsten Karbach, Foto: Andreas Steindl

 

Sie ist Lehrerin am Berufskolleg Käthe-Kollwitz-Schule und Koordinatorin des Projekts «Schüler Film Stadt», das in den nächsten Wochen und Monaten in Aachen, Flensburg, Gera, Stralsund und Würzburg über die Bühne geht. Oder besser: vor Kameras abläuft. Denn in dieser Zeit werden Schüler Filme in ihrer Stadt, über ihre Stadt und mit ihrer Stadt drehen - so lautet nämlich die Aufgabenstellung.


Einfallsreich, ungewöhnlich, humorvoll, provokativ, eigenwillig sollen die Ergebnisse sein - und nicht länger als fünf Minuten werden die Schülerfilmproduktionen unter dem Titel «Postcards from Aachen» (Postkarten aus Aachen) dauern. Unendliche viele Ideen wurden im Vorfeld an den beteiligten Schulen - dem Berufskolleg an der Bayernallee und dem Inda-Gymnasium in Kornelimünster - schon gesponnen. Unglaublich findet Inda-Lehrer Eilmann, wie sich die Schüler einbringen, aber auch welche Möglichkeiten ihnen mit diesem Projekt geboten werden. «Ich musste mir noch einen Jugendclub suchen, um Filme zu drehen», erzählt er.


Das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und initiiert von «Up and coming», dem internationalen Film-Festival in Hannover, das zu seinen Nachwuchsfilm-Preisträgern mittlerweile vier Oscar-dekorierte zählt. «Up and coming»-Macher Burkhard Inhülsen ist nun natürlich auch in Aachen vor Ort und überreicht eine symbolische Filmklappe. Los geht´s, will er damit sagen. «Wir wollen den Nachwuchs fördern», sagt er.


Doch es geht auch um Medienpädagogik. «Es geht um mehr, als nur einen Film zu machen», erklärt Bundesgesundheitsministerin a. D. Ulla Schmidt den Moderatoren der Eröffnung Violetta Schmidt, Eva Görtz, Anna Kisters und Lutz Schmallenbach. «Für die politische Bildung junger Leute hat so ein Projekt große Bedeutung, denn sie erfahren auch, wie Medien manipulieren können», erläutert Inda-Schulleiter Arthur Bierganz. Und sein Kollege der Käthe-Kollwitz-Schule Hans Pontzen fügt hinzu: «Ich war vom ersten Tag an begeistert von dem Projekt.»


Das sind seine Schüler auch. Ihre Ideen stehen, demnächst wird gedreht, am 29. Juni, 15 Uhr, werden die Ergebnisse in der «Raststätte», Lothringerstraße 23, präsentiert. «Wie kann man kulturelle Bildung besser an Schulen verankern, als durch solche praktischer Arbeit?», findet Aachens Kulturdezernent Wolfgang Rombey abschließend. Filmreif ist dieses Projekt buchstäblich.

Quelle: Aachener Zeitung, 01.02.2012, Thorsten Karbach

 


 

Zehn Ideen, zehn Drehbücher, zehn Titel

Folgende Filme wollen die Schüler im Rahmen des Projektes «Schüler Film Stadt» unter dem Oberthema «Postcards from Aachen» drehen:

«Aachen - eine Stadt, viele Gesichter» soll das wandelbare Aachen zeigen. Verantwortlich sind Eva Görtz und Violetta Schmidt.

«Aachener Pfalz - ein Musikvideo» ist von Mara Cranen, Franziska Ertel, Marcel Larbig und Judith Thelen.

«Traum eines Printenmädchens» wird von Julia Heuer, Veronika Lennartz und Mirja Rückforth realisiert.

«Aachen by Night» zeigt die Erlebnisse von vier Studentinnen im Nachtleben. Gedreht wird er von Kerstin Augspurger, Anna Braun, Greta Lengersdorf und EllenMeuthrath.

«Mythos oder Mord?» wird ein kleiner Krimi von Darja Bongartz, Daria Friese und Julia Genter.

«Dem Aachen seine Sorgen» wird eine Art Neuauflage der Teufelssage. Sie drehen Lena Brenner, Lisa Cosler, Tamino Kleinhöfer, Jonas Recker, Larissa Wirtz, Anna Kisters und Lutz Schmallenbach.

«Pont of View» ist ein actiongeladener Ausflug auf die Partymeile von Constantin Cremerius, Pia Hallmann und Stefan Schindler.

«Ein Ort, der verbindet» wird von Max Schepp und Robin Staerk gedreht.

«Flashback» dreht sich um Leben und Tod. Die Idee ist von Dennis Arigbe, Lukas Mevissen, Marius Pötting, Felix Volkhardt und Patrick Dusik.

«Öcher Printen sind und bleiben Öcher Printen» erzählt vom Versuch der Kölner, den Aachen ihr Geheimrept zu entwenden. Das Filmteam bilden Obur Alagöz, René Göbel und David Kuttschrütter.



 

Drei Fragen an Burkhard Inhülsen, Initiator „SchülerFilmStadt“,
Begründer von „Upand Coming“

 

Welche Idee steckt hinter dem Projekt „SchülerFilmStadt“?


Inhülsen: Die Idee ist die Konsequenz aus dem Schülerfilmfestival „Up and Coming“ in Hannover. Das hatten wir 1982 ins Leben gerufen, es sollte eine einmalige Sache bleiben. Aber dann hatten wir riesigen Erfolg – bis heute. Und mittlerweile ist es ein weltweites Festival geworden. Da es aber nur alle zwei Jahre stattfindet, gab es viele Nachfragen von Lehrern und Schülern, ob es nachhaltigere Möglichkeiten zur Filmarbeit gibt. So ist das Projekt entstanden. Alle Filme, die hier gedreht werden, können dann übrigens beim Festival 2013 teilnehmen.

 

Und den Nachwuchsfilmpreis gewinnen...


Inhülsen: Dort wird dreimal der Deutsche Nachwuchsfilmpreis verliehen. Die Gewinner bekommen dann bekannte Produzenten wie Hans Geißendorfer als Partner.

 

Ist dies nun auch die Perspektive, die sie den Jugendlichen im Projekt „SchülerFilmStadt“ geben können?


Inhülsen: Wir wollen den Nachwuchs fördern, das hat auch was von Talentsuche. Wenn man einen Schüler auf diesem Weg begeistern kann, weiterzumachen, dann ist das großartig. Unter den „Up an Coming“-Teilnehmern zählen wir mittlerweile vier Oscar-Preisträger.  Volker Engel beispielsweise hat 1982 als 15-Jähriger mit einem Super-8-Film teilgenommen. Für seine Special Effects in „Independence Day“ von Roland Emmerich bekam er den Oscar.