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Aachen. Die laut Medienberichten von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer offenbar vorgenommene Streichung von Bundesmitteln für den Bau bereits eingeplanter Ausweichmöglichkeiten auf der Bahnstrecke zwischen Aachen und Düren wird von den Aachener SPD-Abgeordneten Ulla Schmidt (MdB) und Karl Schultheis (MdL) sowie dem verkehrspolitischen Sprecher der Ratsfraktion Aachen, Michael Servos, ebenso wie die generelle Absage an ein durchgehendes drittes Bahngleis Aachen-Düren scharf kritisiert.
Zunehmender Güterverkehr - wie prognostiziert - kann gerade in NRW kaum noch vom Straßennetz aufgenommen werden. Der Prestigeausbau von Stuttgart 21, der keine Kapazitätsausweitung bringt, aber Mittel in Milliardenhöhe bindet, dürfe nicht zum Kollaps der wichtigen Schienenverbindung nach Köln führen.
Chronisch überlastetes Nadelöhr
Es ist ein herber Schlag für die gesamten Region Aachen, wenn nun auch die Maßnahmen, die zur Verhinderung der Auswüchse auf dem chronisch überlasteten Nadelöhr zwischen Aachen und Düren gedacht waren, zusammengestrichen werden“, sagt die Aachener SPD-Bundestagsabgeordnete Ulla Schmidt. Schließlich habe eine partei- und institutionsübergreifende Allianz aus der Region dem Bundesverkehrsminister im Februar 2011 eine Resolution für den durchgängigen Ausbau der Bahnstrecke sowie vier Überholmöglichkeiten in den Bereichen Aachen Rothe-Erde, Düren-Nord, Eschweiler und Stolberg übergeben.
Der Aachener SPD-Landtagsabgeordnete Karl Schultheis ergänzt: „Bereits heute fahren täglich 90 Güterzüge durch den Aachener Hauptbahnhof, hinzu kommen 278 Personenzüge. Das führt jetzt schon zu vielen Betriebsstörungen und häufigen Verspätungen, welche die Berufspendler auszubaden haben. Durch die Grundsatzentscheidung der EU, künftig noch mehr Güterverkehr auf die Schiene zu verlagern, wird sich die Situation noch verschärfen.“ Angesichts des zwischen Aachen und Düren drohenden Verkehrsinfarkts sei es unverantwortlich, dass nun eine weitere vom Bund bisher zugesagte Überholmöglichkeit gestrichen werde.
Auch der verkehrspolitischer Sprecher der Ratsfraktion, Michael Servos, unterstreicht die Notwendigkeit eines dritten Gleises: „Ohne das Gleis werden die wirtschaftlichen Entwicklungschancen der gesamten Region erheblich beschnitten“.
Quelle: Super Mittwoch, 25.01.2012, (red)